Der Knüppel (Billet) ist ein Halbzeug aus Stahl mit quadratischem oder rechteckigem Querschnitt, das im Elektrolichtbogenofen und im Stranggussverfahren hergestellt wird. In Walzwerken ist er das Vormaterial für Betonstahl, Walzdraht und Profile.
Beim Knüppel ist nicht die Abmessung bestimmend, sondern die Analyse: Die chemische Zusammensetzung entscheidet, welche Güte sich beim Walzen ergibt.
Technische Merkmale
| Querschnitt | 100×100 – 150×150 mm |
|---|---|
| Länge | 3.000 – 12.000 mm |
| Güte | 20MnB4, Q235, 5SP / 3SP |
| Herstellung | Elektrolichtbogenofen + Strangguss |
| Analyse | Mit Schmelzenbescheinigung |
| Verwendung | Vormaterial für Walzwerke |
Warum die Schmelzenbescheinigung unerlässlich ist
Die Schmelzenbescheinigung weist die chemische Analyse des Knüppels aus: Kohlenstoff, Mangan, Silizium, Schwefel, Phosphor und gegebenenfalls Legierungselemente.
Ohne diese Analyse kann das Walzwerk nicht wissen, welche Güte der daraus erzeugte Stahl erreichen wird. Ein Knüppel ohne bescheinigte Analyse ist ein unvorhersehbares Vormaterial.
Die Gütecodes
5SP und 3SP bezeichnen halbberuhigte Stahlgüten und werden in der Herstellung von Betonstahl für allgemeine Zwecke verwendet.
20MnB4 ist eine borlegierte Güte; sie wird bei Anwendungen bevorzugt, die Härtbarkeit verlangen. Q235 entspricht einem Baustahl.
Knüppel im Zolllager lagern
Da die Abgabenbelastung bei der Einfuhr von Knüppeln hoch ist, ist das Zolllagerverfahren bei diesem Erzeugnis besonders nützlich: Die Abgaben werden bis zur Auslagerung aufgeschoben.
Es wird nur so viel Knüppel entnommen, wie das Walzwerk im betreffenden Monat verarbeitet; die restliche Partie wartet im Zolllager. Das ist eine der Methoden, die das Betriebskapital am stärksten entlasten.
