Logistiklager voller Palettenware

Was ist Logistiklagerung?

Lagerung heißt nicht nur „Fläche mieten“; sie bedeutet, die Wartezeit der Ware zu steuern.

Lagerung und Bestand 2 Min. Lesezeit

Logistiklagerung ist die planvolle Steuerung der Wartezeit zwischen dem Zeitpunkt der Herstellung und dem des Verbrauchs eines Erzeugnisses. Fläche bereitzustellen ist nur ein Teil dieser Aufgabe; die eigentliche Arbeit sind Aufzeichnung, Schutz und Versandplanung.

Die Lagerarten richten sich nach dem rechtlichen Status der Ware und nach dem Bedarf.

Die wichtigsten Lagerarten

Lagerarten
Allgemeines LagerWare im freien Verkehr; keine zollamtliche Überwachung
ZolllagerWare mit aufgeschobenen Abgaben unter zollamtlicher Überwachung
KühllagerTemperaturgeführte Erzeugnisse
FreiflächePositionen, die von der Witterung nicht betroffen sind
Cross-DockUnmittelbarer Umschlag ohne Einlagerung

Formen der Lagerung

Die physischen Eigenschaften des Erzeugnisses bestimmen, in welcher Form es aufbewahrt wird:

  • Regal: palettierbare, kartonierte und mittelschwere Erzeugnisse
  • Palettenstapelung: viele Paletten desselben Erzeugnisses
  • Bodenstapelung: schwere und rollfähige Ladungen wie Coils
  • Freifläche: Rohre, Profile und witterungsbeständige Positionen

Was ein gutes Lager ausmacht

Nicht der Quadratmeterpreis, sondern die Aufzeichnungsdisziplin. Die Abweichung zwischen der bei der Bestandsaufnahme ermittelten Menge und der Buchmenge muss null sein.

Das zweite Kriterium sind die Schutzbedingungen: Für Erzeugnisse, die auf Feuchtigkeit, Stoß und Temperatur empfindlich reagieren, muss eine geeignete Ordnung bestehen.

Zolllager oder Lager

Ist die Ware eingeführt und sind ihre Abgaben gezahlt, genügt ein normales Lager. Ist die Ware nicht eingeführt und wollen Sie die Abgaben aufschieben, ist ein Zolllager erforderlich.

Die Entscheidung beginnt beim rechtlichen Status; der Kostenvergleich kommt danach.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu dieser Seite

Wie wird das Lagerentgelt berechnet?

In der Regel nach m² oder Tonne, periodisch. Behandlungen sowie Verladung und Entladung sind eigene Positionen.

Eigenes Lager errichten oder eine Leistung einkaufen?

Ist das Volumen regelmäßig und hoch, ein eigenes Lager; ist es schwankend und saisonal, ist der Einkauf einer Leistung meist wirtschaftlicher.

Was ist Cross-Docking?

Das unmittelbare Umladen der Ware vom ankommenden auf das abgehende Fahrzeug, ohne sie einzulagern. Es setzt die Lagerkosten auf null, verlangt aber genaue Planung.

Worauf sollte ich bei einer Besichtigung des Lagers achten?

Achten Sie je nach Ladung zuerst auf Bodentragfähigkeit, Hallenhöhe, die Zu- und Abfahrt der Fahrzeuge sowie die vorhandene Umschlagtechnik. Ebenso entscheidend sind Feuchtigkeits- und Wasserschutz, Brandschutzmaßnahmen und die Art der Bestandsführung. Am schnellsten bekommen Sie ein Bild davon, wenn Sie sehen, wie eine Ladung ähnlich Ihrer eingelagert ist.

Wer haftet, wenn die Ware im Lager beschädigt wird?

Der Haftungsumfang ergibt sich aus Vertrag und Versicherungspolice – lassen Sie sich beides vor der Unterschrift schriftlich geben. Die Haftpflichtversicherung des Lagerbetreibers und die Warenversicherung sind zwei verschiedene Dinge und ersetzen einander nicht. Fragen Sie nach Deckung, Höchstsumme und Selbstbehalt und klären Sie offene Punkte mit Ihrem Versicherungsmakler.

Braucht bereits verzollte Ware ein Zolllager?

Nein: Ware, deren Zollabfertigung abgeschlossen ist und die sich im freien Verkehr befindet, kann in einem normalen Lager stehen. Das Zolllager ist für Ware unter zollamtlicher Überwachung gedacht; sein eigentlicher Vorteil ist der Aufschub von Abgaben und Formalitäten bis zur Auslagerung. Sind Sie sich über den Status Ihrer Ware nicht sicher, lassen Sie ihn von Ihrem Zollagenten bestätigen.

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