Gestapelte Stahlcoils

Wie werden Stahlerzeugnisse gestapelt?

Beim Stahl entsteht der Verlust meist nicht im Verkauf, sondern im Stapel. Wie sieht richtiges Stapeln aus?

Lagerung und Bestand 2 Min. Lesezeit

Bei Stahlerzeugnissen bestimmt die Stapelung sowohl die Arbeitssicherheit als auch die Erzeugnisqualität. Falsches Stapeln hat zwei Folgen: Unfälle durch Umkippen und Wertverlust durch Oberflächenschäden.

Richtiges Stapeln hat drei Regeln: geeigneter Boden, begrenzte Höhe und Zwischenlagen je nach Erzeugnisart.

Stapelung nach Erzeugnisart

Stapelform
CoilsBodenstapelung; Wegrollen wird mit Keilen verhindert
Farbbeschichtetes BlechZwischenlagen; Schutz vor Reibung und Stoß
Profile und RohreAls Bund, lagenweise mit Holzzwischenlagen
BetonstahlGetrennt nach Durchmesser und Länge; kein Bodenkontakt
KnüppelAuf der Freifläche, begrenzte Lagenzahl

Boden und Höhe

Der Boden muss eben, tragfähig und für die Last ausgelegt sein. Da beim Stahl die Punktlasten sehr hoch sind, führt ein schwacher Boden zu Einsenkungen und Umkippen.

Die Stapelhöhe wird nach Erzeugnisart und Verpackungsfestigkeit begrenzt. „So hoch, wie es passt“ ist keine Regel.

Verwendung von Zwischenlagen

Zwischenlagen aus Holz oder geeignetem Material zwischen den Lagen erfüllen zwei Zwecke: Sie verteilen die Last und ermöglichen das Einfahren der Gabelzinken.

Bei farbbeschichteten und verzinkten Oberflächen verhindern Zwischenlagen zusätzlich Reibschäden.

Den Bodenkontakt unterbrechen

Die Feuchtigkeit im Betonboden löst bei unmittelbar aufliegendem Stahl Korrosion aus. Der Kontakt ist mit Paletten oder Kanthölzern zu unterbrechen.

Auf der Freifläche ist diese Regel noch wichtiger; an Stellen mit stehendem Wasser wird nicht gestapelt.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu dieser Seite

Werden Coils stehend oder liegend gestapelt?

Beides kommt vor; bestimmend sind Verpackung, Gewicht und Umschlaggerät. In beiden Fällen sind Keile gegen das Wegrollen unerlässlich.

Wo liegt die Grenze der Stapelhöhe?

Sie richtet sich nach Erzeugnisart, Verpackungsfestigkeit und Tragfähigkeit des Bodens; eine einzige allgemeine Zahl gibt es nicht.

Welche Erzeugnisse lagern auf der Freifläche?

Positionen wie Rohre, Profile und Knüppel, die von der Witterung nicht stark betroffen sind. Coils und farbbeschichtete Erzeugnisse kommen in geschlossene Bereiche.

Dürfen verschiedene Güten und Chargen im selben Stapel liegen?

Nein; jede Güte und jede Charge liegt im eigenen Stapel mit eigenem Etikett. Ein gemischter Stapel erschwert die Unterscheidung bei der Bestandsaufnahme und bei der Teilentnahme und erhöht das Risiko, die falsche Position zu verladen. Lässt es sich nicht vermeiden, kommt zwischen die Chargen ein sichtbarer Trenner, das Etikett bleibt an der Außenseite.

Wie wird ein Stapel aufgebaut, wenn in Teilmengen entnommen wird?

Die zuerst ausgehende Charge kommt an die am besten erreichbare Stelle, oben oder an die Vorderseite des Stapels. Ist die Versandreihenfolge noch nicht bekannt, wird der Stapel so geteilt, dass für eine Charge nicht erst die anderen abgetragen werden müssen. Umstapeln kostet Zeit und erhöht das Beschädigungsrisiko.

Was kommt zwischen Stapel und Boden?

Darunter kommen Holzunterleger, Kanthölzer oder ein geeignetes Gestell; das Material wird nie direkt auf den Beton gesetzt. Das Anheben vom Boden lässt Luft darunter durch, verringert Feuchtigkeit und Kondenswasser und lässt Platz für die Staplergabel. Im Freilager werden die Unterleger so gesetzt, dass sich kein Wasser unter dem Stapel sammelt.

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