Gabelstapler bewegt Palettenware im Lager

Was ist eine Teilentnahme?

Der konkreteste Beitrag des Zolllagers zum Cashflow ist die Teilentnahme: Sie entnehmen so viel, wie Sie verkauft haben, und lassen den Rest liegen.

Lager und Zoll 3 Min. Lesezeit

Teilentnahme bedeutet, dass statt der gesamten im Zolllager befindlichen Ware nur die benötigte Menge entnommen und nur für diesen Teil die Abgaben gezahlt werden. Die restliche Menge bleibt weiter im Zolllager, und eine erneute Einlagerung ist nicht erforderlich.

Bei Sendungen mit hoher Tonnage ist dies die Praxis, die den Cashflow am stärksten entlastet.

Ein konkretes Beispiel

Stellen Sie sich eine Partie Coils von 500 Tonnen vor. Führen Sie sie vollständig ein, werden Einfuhrabgaben und Mehrwertsteuer für 500 Tonnen im Voraus gezahlt.

Lagern Sie sie in das Zolllager ein und entnehmen die 80 Tonnen, die Sie monatlich verarbeiten, zahlen Sie jeden Monat nur die Abgaben für 80 Tonnen. Die restlichen 420 Tonnen warten im Zolllager, und für sie entsteht keine Abgabenschuld.

Wie der Ablauf funktioniert

  • Die zu entnehmende Menge wird festgelegt und dem Betreiber mitgeteilt
  • Der Zollagent erstellt für diese Menge eine Einfuhranmeldung
  • Die Abgaben werden gezahlt, und die Zollbehörde gibt die Auslagerung frei
  • Das Zolllager lagert aus und erstellt ein Wiege- und Zählprotokoll
  • Der Restbestand wird in das Ein- und Ausgangsbuch eingetragen und der Abgleich übermittelt

Warum die Bestandsverfolgung entscheidend ist

Nach jeder Teilentnahme müssen der Restbestand im Zolllager und der Buchbestand exakt übereinstimmen. Die kleinste Abweichung wächst und tritt bei der nächsten Entnahme oder Bestandsaufnahme zutage.

Ein seriöser Betreiber übermittelt den Bestandsabgleich bei jeder Entnahme schriftlich; diese Unterlage nützt auch Ihrem Zollagenten.

Bei welchen Erzeugnissen sie am häufigsten genutzt wird

Die Teilentnahme kommt vor allem bei Erzeugnissen mit hohem Stückwert und großer Tonnage zum Tragen: Coils, Betonstahl, Knüppel, Profile und Rohre sind typische Beispiele aus dem Stahlbereich.

Dieselbe Logik gilt auch für Maschinenteile, Chemikalien und verpackte Konsumgüter.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu dieser Seite

Zahle ich bei einer Teilentnahme zusätzliche Entgelte?

Da jede Auslagerung eine Behandlung und Unterlagen erfordert, fällt in der Regel ein Entgelt je Vorgang an. Sie sollten dies im Angebot als eigene Position sehen; es darf keine Überraschung geben.

Wie oft kann ich eine Teilentnahme vornehmen?

Eine zahlenmäßige Begrenzung gibt es nicht; sie kann so oft wie nötig wiederholt werden. Bei jeder Entnahme erfolgen eine Anmeldung und ein Bestandsabgleich.

Ist für die restliche Ware eine erneute Einlagerung erforderlich?

Nein. Die restliche Menge befindet sich weiterhin im Zolllagerverfahren; es wird lediglich der Bestand fortgeschrieben.

Auf welche Menge werden die Abgaben bei einer Teilauslagerung berechnet?

Sie zahlen die Abgaben nur auf die Menge, die Sie tatsächlich auslagern; für den im Lager verbleibenden Bestand entsteht keine Abgabenschuld. Genau daraus entsteht der Liquiditätsvorteil: Gezahlt wird Stück für Stück, sobald die Ware das Lager verlässt. Lassen Sie Satz und Anmeldeform vor jeder Auslagerung von Ihrem Zollagenten bestätigen.

Was passiert, wenn der Bestand nicht mit den Lageraufzeichnungen übereinstimmt?

Die Differenz wird vor der nächsten Auslagerung geklärt: Die tatsächliche Menge wird mit dem Bestandsbuch und dem Wiegeprotokoll verglichen und die Ursache der Abweichung gesucht. Lagerbestand und Buchbestand müssen exakt übereinstimmen; die kleinste Abweichung taucht bei der nächsten Zählung größer wieder auf. Wie die Differenz geschlossen wird und ob sie behördliche Folgen hat, klären Sie mit Ihrem Zollagenten.

Wann ist eine Teilauslagerung nicht sinnvoll?

Nicht sinnvoll ist die Teilauslagerung bei unteilbaren Einzelstücken und bei Waren, die vor jeder Auslagerung erneut gewogen, gemessen oder umgepackt werden müssen. Im ersten Fall gibt es nichts aufzuteilen; im zweiten kann der Abfertigungsaufwand den Liquiditätsvorteil des schrittweisen Abrufs aufzehren. Rechnen Sie vorher die erwartete Zahl der Auslagerungen zusammen mit den Kosten je Vorgang.

Ihre Frage steht nicht dabei? Lager-Ratgeber antwortet sofort zu 23 Themen — oder schreiben Sie uns direkt.

Brauchen Sie dabei Unterstützung?

Nennen Sie uns Ihre Ladung oder Ihren Produktbedarf, und wir besprechen gemeinsam, wie das im Artikel Beschriebene auf Ihren Fall zutrifft.