Kalender und Uhr — Fristenplanung

Wie lange darf Ware im Zolllager bleiben?

Die Antwort „unbegrenzt“ ist richtig, aber unvollständig. Das eigentliche Ereignis, das die Frist auslöst, ist die Registrierung der Anmeldung.

Lager und Zoll 3 Min. Lesezeit

Im Zolllagerverfahren ist die Verweildauer der Ware unbegrenzt. Das ist die größte Stärke des Zolllagers: Die Ware kann warten, bis Käufer, Finanzierung oder Produktion bereit sind.

Sobald für die Ware jedoch eine Anmeldung zu einem anderen Zollverfahren registriert wird, müssen die Förmlichkeiten innerhalb von 30 Tagen abgeschlossen werden (Zollverordnung Art. 389). In der Praxis entstehen Fristprobleme genau an dieser Stelle.

Das Ereignis, das die Frist auslöst

Die Frist beginnt nicht, wenn die Ware in das Zolllager gelangt, sondern wenn für diese Ware ein neues Zollverfahren angemeldet wird. Die Ware kann also zwei Jahre warten; an dem Tag, an dem die Einfuhranmeldung registriert wird, beginnt jedoch die Uhr mit 30 Tagen zu laufen.

Wer diese Unterscheidung kennt, vermeidet unnötige Sanktionen und Verzögerungen.

Fälle, in denen die Behörde eine besondere Frist setzen kann

Die Zollbehörde kann eine besondere Frist festsetzen, wenn die Beschaffenheit der Ware es erfordert. Das typischste Beispiel ist verderbliche Ware.

Bei nicht verderblichen Erzeugnissen wie Stahl spielt diese Grenze in der Praxis keine Rolle; bei Lebensmitteln, Chemikalien und Waren mit begrenzter Haltbarkeit muss die Art der Ware jedoch von Anfang an angegeben werden.

Worauf bei lange lagernden Partien zu achten ist

  • Zustand von Verpackung und Oberfläche muss regelmäßig überprüft werden
  • Laufzeit und Deckungssumme der Versicherungspolice müssen zum Warenwert passen
  • Die Abweichung zwischen Bestandsaufzeichnung und tatsächlichem Bestand ist auf null zu halten
  • Bei Erzeugnissen mit fallendem Marktpreis sind die Lagerkosten neu zu berechnen

Wie die Lagerkosten berechnet werden

Die Entscheidung zu lagern ist der Vergleich zweier Zahlen: der Liquiditätsvorteil aus den aufgeschobenen Abgaben und das Lagerentgelt.

Bei abgabenintensiven Erzeugnissen wie Stahl in großen Tonnagen ist der Aufschub in der Regel größer als das Lagerentgelt; deshalb bringt die Lagerung im Zolllager einen Nettovorteil.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu dieser Seite

Was passiert, wenn die Frist im Zolllager abläuft?

Die Frist des Verfahrens läuft nicht ab; eine Frist läuft nur nach der Registrierung der Anmeldung. Wird diese Frist von 30 Tagen überschritten, kommt es zu behördlichen Maßnahmen — deshalb ist die Terminüberwachung wichtig.

Ist eine Verlängerung der Frist möglich?

Die Fristen nach der Anmeldung sind gesetzlich festgelegt; Verlängerungsanträge liegen im Ermessen der Behörde. Stellen Sie den Antrag über Ihren Zollagenten.

Was passiert, wenn ich die Ware gar nicht auslagere?

Sie bleibt weiter im Zolllager, und das Lagerentgelt läuft. Eine Lagerung auf unbestimmte Zeit ist eine kaufmännische Entscheidung; überprüfen Sie die Kosten regelmäßig.

Läuft die Frist für zwei Sendungen im selben Lager getrennt?

Ja; die Frist hängt nicht am Lager, sondern an der für die jeweilige Ware registrierten Anmeldung. Zwei Sendungen unter demselben Dach können deshalb unterschiedlichen Daten unterliegen, bei einer läuft die Frist bereits, bei der anderen noch gar nicht. Verfolgen Sie sie über die registrierten Anmeldungen und nicht über eine einzige Bestandsliste.

In welchen Fällen kann die Behörde für eine einzelne Sendung eine eigene Frist setzen?

Die Behörde kann für eine einzelne Sendung eine Frist festsetzen, wenn die Art der Ware oder der Stand des Vorgangs es erfordert; das ist eine Einzelfallentscheidung und keine allgemeine Regel. Eine solche Auflage ist von den Fristen zu trennen, die nach der Registrierung einer Anmeldung laufen. Lassen Sie von Ihrem Zollagenten bestätigen, ob für Ihre Sendung eine solche Frist gilt.

Was sollte bei einer lange lagernden Sendung regelmäßig geprüft werden?

Prüfen Sie den physischen Zustand der Ware und die Gültigkeitsdaten der Unterlagen gemeinsam. Verpackung, Kennzeichnung und Stapelordnung können mit der Zeit leiden, und ein Teil der Unterlagen hat eine eigene Gültigkeitsdauer. Eine Bestandsaufnahme in festen Abständen erspart Überraschungen beim Auslagern.

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