Die Containerentladung ist das Entladen der auf dem Seeweg eingetroffenen Ware aus dem Container, ihr Trennen und, falls erforderlich, das Umladen auf ein Straßenfahrzeug. Sie gehört zu den häufigsten Behandlungen im Zolllager.
Dieser Schritt ist zugleich derjenige mit dem höchsten Schadensrisiko; deshalb sind Ausrüstung und Aufzeichnungsdisziplin hier entscheidend.
Der Ablauf
- Die Verschlussnummer wird mit dem Beförderungspapier abgeglichen
- Der Container wird geöffnet, der Anfangszustand der Ladung wird fotografiert
- Es wird entladen; Verpackung und Anzahl der Packstücke werden geprüft
- Ein Wiege- und Zählprotokoll wird erstellt
- Die Ladung wird gestapelt oder unmittelbar auf ein Straßenfahrzeug umgeladen
Wo das Schadensrisiko liegt
Bei schweren und rollfähigen Ladungen (etwa Coils) besteht beim Entladen die Gefahr des Umkippens und Zerdrückens. Das richtige Lösen der Ladungssicherung (Lashing) ist entscheidend.
Bei Erzeugnissen mit schwacher Verpackung kann die Berührungsstelle der Gabelzinken Schäden verursachen; erforderlich sind geeignete Anbaugeräte und langsames Rangieren.
Warum die Aufzeichnung so wichtig ist
Wird der Zustand im Moment des Öffnens des Containers nicht fotografiert, bleibt strittig, ob ein später festgestellter Schaden bei der Beförderung oder bei der Behandlung entstanden ist.
Diese Streitfrage wirkt sich unmittelbar auf die Versicherungsleistung aus. Ein gutes Zolllager erstellt die Öffnungsaufzeichnung, ohne dass man darum bitten muss.
Die Planung des Umschlags
Soll unmittelbar auf ein Straßenfahrzeug umgeladen werden (Cross-Docking), müssen Fahrzeugzeit und Entladezeit aufeinander abgestimmt sein; andernfalls wird die Ladung zweimal behandelt und die Kosten steigen.
Den Versandplan möglichst früh mitzuteilen, ist deshalb unmittelbar eine Kostenersparnis.
