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Lagerpersonal bei der Inventur vor dem Regal

Inventur, Schwund und Verlust

Bei Zolllagerware ist eine Differenz nicht nur ein Buchhaltungsthema; die Lücke zwischen Anmeldung und tatsächlichem Bestand hat verwaltungsrechtliche Folgen.

Lagerung und Bestand 2 Min. Lesezeit

In jedem Lager wird gezählt, im Zolllager ist die Übereinstimmung von Aufzeichnung und tatsächlichem Bestand jedoch eine rechtliche Pflicht. Ware im Zolllager ist unverzollte Ware, und ihre Aufzeichnungen begründen eine Verantwortung gegenüber der Zollverwaltung.

Dieser Beitrag behandelt die Zählarten, die Abgrenzung von Schwund und Verlust und die Vermeidung von Differenzen.

Zählarten

Welche Zählung wann
StichtagsinventurDer gesamte Bestand wird in festen Abständen gezählt
Zyklische ZählungTäglich ein kleiner Teil, über das Jahr verteilt
PunktzählungEine Position oder ein Regal wird sofort überprüft
BewegungszählungMenge und Charge werden beim Versand geprüft

Schwund ist nicht Verlust

Schwund ist eine erwartete Minderung aus der Natur der Ware: Feuchtigkeitsverlust, Verschnitt, Staub. Verlust ist die unerwartete Minderung; typische Ursachen sind Fehlversand, Beschädigung, Vermischung oder ein Buchungsfehler.

Für die Abgrenzung muss das erwartete Verhalten der Ware vorher bekannt sein. Bei Stahl entsteht Schwund meist aus Maßtoleranz und Schnittabfall; bei Coils kann Feuchtigkeit zu Oberflächenverlust führen.

Die Ursache liegt selten in der Zählung

  • Beim Wareneingang wird das theoretische Gewicht des Lieferscheins statt der Waage gebucht
  • Dieselbe Position wird in zwei Einheiten geführt (Stück und Kilogramm)
  • Teilentnahmen werden gesammelt am Tagesende gebucht
  • Chargennummer und Regaletikett stimmen nicht überein
  • Beschädigte Ware wird umgelagert, ohne aus dem Bestand gebucht zu werden

Protokoll und Aufzeichnung

Das Zählergebnis wird protokolliert; jede Abweichung wird einzeln mit Menge, Einheit und Begründung aufgeführt. Die Unterschriften der zählenden und prüfenden Personen sind bei einer späteren Prüfung der einzige Beleg.

Die Lageraufzeichnungen sind zusätzlich mit den Zollanmeldungen abzugleichen: angemeldete Menge, Eingangsbuchung und Regalbestand müssen dieselbe Zahl zeigen.

Was Differenzen praktisch verhindert

Wiegen beim Eingang, zweite Kontrolle beim Ausgang und sofortige Buchung jeder Bewegung beseitigen den größten Teil der Differenzen an der Quelle. Die zyklische Zählung zerlegt die große Jahresüberraschung in kleine Teile.

Die Bestandsgenauigkeit haben wir in einem eigenen Beitrag behandelt; die Zählroutine wirkt zusammen mit der dort beschriebenen Lagerplatz- und Etikettendisziplin.

Häufig gestellte Fragen

Fragen zu dieser Seite

Wie oft sollte im Zolllager gezählt werden?

Neben den gesetzlich vorgesehenen Kontrollen entscheidet die eigene Routine. Verbreitet ist eine zyklische Zählung, bei der jede Position mindestens einmal im Jahr gezählt wird, ergänzt um eine periodische Inventur des Gesamtbestands.

Was passiert bei einer Differenz?

Zuerst wird die Ursache geprüft: Buchungsfehler oder tatsächlicher Fehlbestand? Sie wird protokolliert, und die zollrechtlich vorgesehenen Meldungen und Verfahren werden durchgeführt. Eine Differenz zu verschweigen ist kein Weg.

Lässt sich eine Schwundquote vorab festlegen?

Für eine Warenart lässt sich ein Rahmen nennen, eine feste Quote für jede Sendung ist jedoch unrealistisch. Verpackung, Transport, Lagerdauer und Klima verändern das Ergebnis. Richtig ist, aus der eigenen Bestandshistorie ein positionsbezogenes Verhalten abzuleiten.

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